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Staatsanwälte, Hedgefonds, Anlegerschützer und US-Richter nehmen den Zuffenhausener Sportwagenbauer ins Visier.

Die Schwaben sollen den Wert der VW-Aktie manipuliert haben.

Es drohen Milliardenforderungen, die auch VW in Bedrängnis bringen könnten.

Manchmal gibt sich Wendelin Wiedeking betont locker.

Zum Beispiel wenn sich der ehemalige Porsche-Boss an seine alte Wirkungsstätte nach Stuttgart-Zuffenhausen fahren lässt - allerdings nicht wie einst vom eigenen Fahrer im Porsche-Cayenne, sondern von einem Angestellten der Stuttgarter Verkehrsbetriebe: Er fährt an diesem Tag mit der S-Bahn, Linie 6.

Wiedeking ist im Restaurant Christophorus im Porsche-Museum verabredet, wo es angeblich die besten Steaks der Stadt gibt.

Auch so ein Superlativ, für den der Top-Manager verantwortlich sein soll, wie für so viele rund um die schwäbische Sportwagenschmiede: Milliardengewinne und -verluste, den sagenhaften Aufstieg und den nicht minder spektakulären Absturz der Firma.

Als Porsche-Chef hatte Wiedeking in New York Steaks mit einer Qualität gegessen, die er aus Deutschland nicht kannte.

Das Geheimnis soll in speziellen Öfen liegen, die über 700 Grad heiß werden und die Poren des Fleischs in Sekunden schließen.

Also ließ er für das Porsche-Restaurant Öfen aus den USA importieren.

Und warum sollte er sich jetzt, da er vom Hof gejagt wurde, die Steaks nicht mehr schmecken lassen? Also schweigt er und muss hinnehmen, dass Finanzmanager Härter und er in der Öffentlichkeit wie zwei finstere Gestalten dastehen, die im Alleingang Europas größten Autokonzern kapern wollten und dabei Porsche, VW und die gesamte Börse in Turbulenzen stürzten.

In Deutschland ermittelt die Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen ihn und den einstigen Finanzvorstand Holger Härter. Die beiden Ex-Manager sollen bei ihrem Versuch, mit dem kleinen Sportwagenbauer den Automobilgiganten VW zu übernehmen, Börsenkurse manipuliert haben. Bei dem Thema verliert Wiedeking dann doch schnell jede Lässigkeit. Doch je länger die Ermittlungen dauern, um so klarer wird: Nicht nur den einstigen Top-Managern Wiedeking und Härter droht ein juristisches Nachspiel.